Reiner Bordihn und Torsten Völkel erlebten das Triathlon-Mekka Roth hautnah…

19.07.2013

…und finishten auf der traditionellen Langdistanz mit guten Leistungen

22 Monate nach dem Kick-Off des Projekts „Roth 2013“ war es soweit: Erschöpft, abgekämpft aber auch glücklich und stolz lagen sich Reiner und Torsten im Zielbereich der Challenge Roth in der Armen. Nach vielen Monaten Training und Entbehrung waren sie nach 3,8km Schwimmen, 180km Radfahren und 42,2km Laufen im Ziel angekommen.

Die Idee war schnell geboren, nach Reiners letzter Langdistanz im September 2011 in Köln, sprach Freund und Teamkamerad Jens Kanis aus: „Lasst uns doch zusammen 2013 in Roth starten“. Bei Torsten war die Begeisterung zunächst verhalten, jedoch konnte sich der Kurzdistanz-Spezialist ebenfalls dafür begeistern, nachdem er „eine Nacht drüber geschlafen“ hatte.

Leider war es ausgerechnet Jens, der aufgrund arger Bandscheibenprobleme letztendlich absagen musste. Dafür leistete er am Wettkampftag einen spitzen Job als Berater und Betreuer.

Reiner und Torsten trainierten sehr konsequent, was jedoch auch nur durch die tolle Unterstützung Ihrer Familien möglich war. „Solch einen Traum lebt man nicht allein, da gehört die Familie mit dazu!“ so Torsten Völkel. „Reiner und ich sind stark in unseren Berufen eingebunden und tragen dort Verantwortung, da muss man die 12 Stunden Training, die im Durchschnitt im Mittel anfallen, in die Freizeit pressen. Das ging nur durch die tolle Unterstützung meiner Frau und Reiners Familie. Sie haben uns den Rücken frei gehalten.“

12 Stunden klingt für den Laien nach sehr viel Training, ist aber an der Mehrzahl der Langdistanz Athleten gemessen ein unterer Wert. Es galt also die Trainingszeit effektiv zu gestalten. Dass man dabei bei dem miesen Wetter im Frühjahr und Frühsommer auch so manche Einheit bei Nässe und Kälte absolvierte, war eine Herausforderung mehr.

Am Renntag ging es für Torsten um 7:35h los, Reiner startete 5 Minuten später. Das Schwimmen im knapp 22°C warmen Main-Donau-Kanal absolvierten beide in Ihren Neoprenanzügen in knapp unter 90 Minuten. Danach ging es darum, auf dem Rad möglichst wenig Energie zu verlieren und mit den Kräften hauszuhalten. Auf der hügeligen Strecke von Roth ist das gar nicht so einfach. Viele der Hügel sind zu besonderen Zuschauermagneten geworden. Dies gipfelt in einer Atmosphäre, die man sonst nur bei Tour de France Bergetappen zu spüren bekommt. Die Menge lässt den Athleten ein schmales Spalier zum Durchfahren und feuert jeden einzelnen Athleten mit ganzer Kraft an. Das man dort dazu neigt sich vor Begeisterung zu sehr zu verausgaben, ist kaum zu vermeiden.

Reiner schaffte die Strecke in knapp über 6 Stunden, Torsten benötigte 5:40h.

Der abschließende Lauf entlang des Kanals mit zwei Wendepunkten in Schwanstetten und Eckersmühlen verlangte dann den Athleten alles ab und offenbarte, wer gut oder schlecht vorbereitet war. Aber auch gut trainierte Sportler wie Reiner und Torsten hatten zu kämpfen.

Torsten hatte seine tiefe Krise etwa bei der Hälfte der Strecke. Sein Magen krampfte und der Körper weigerte sich Energie in Form der gereichten Iso-Getränke oder Gels aufzunehmen. Diese Probleme zehrten natürlich auch an der Moral, jedoch konnte er die Gedanken ans Aufgeben abschütteln und sich wieder fangen. Spätestens nach der Verpflegungsstelle in Eckersmühlen, an der es alkoholfreies Weißbier gab, ging es für ihn aufwärts. Torsten blieb mit 4:17h für den Marathon nur knapp unter seinem Ziel und war damit sehr zufrieden.

Reiner bekam auch Probleme auf dem Weg nach Eckersmühlen, konnte sich jedoch mit Biss und Erfahrung ebenfalls motivieren, die Schmerzen auszuhalten. Er lief seinen Marathon in 4:47h.

Somit benötigte er in Summe 12:32:34h und konnte sich sogar in den Top100 der Deutschen Meisterschaft seiner Altersklasse platzieren.

Torsten kam nach 11:29:17h ins Ziel seiner ersten Langdistanz.

Die beiden Triathleten des RSV Osthelden waren damit sehr zufrieden und sich einig, dass sich alle Mühen absolut gelohnt hatten.

Der Rother Triathlon war ein absolut tolles Erlebnis mit sehr netten und kompetenten Helfern, einer Top-Organisation und einer schönen Strecke.

Scheinbar sind Reiner und Torsten nach kurzer Regeneration bereits wieder in Aktion, diesmal in der Abarbeitung der liegengebliebenen Arbeiten rund um Haus und Hof. Statt der üblichen Wettkampfunterlagen erhielten beide ToDo-Listen ihrer Ehefrauen. Man war sich aber einig, dass dies absolut gerechtfertigt sei und machte sich unverzüglich und motiviert ans Werk. Gerüchten nach gibt es einen internen Wettkampf in der Abarbeitung der einzelnen Punkte, Reiner liegt scheinbar zurzeit knapp vorn.

Beide werden im Laufe der Saison sicherlich auch bei dem einen oder anderen Triathlon zu sehen sein, dann aber nur über die Sprintdistanz.

Reiner und Torsten in Roth

So sehen Finisher in Roth aus (Torsten Völker und Reiner Bordihn)


Weitere Auskunft:

RSV Osthelden
Jens Junghanns
Tel.: 02732 55 48 30
E-Mail: junghanns@rsvosthelden.de